Gute Raumluft ist auch eine Frage des Bodens

Weinheim.  Nicht nur Außenluft, sondern auch die Luft in Räumen ist durch Schadstoffe belastet. Vor allem Weichmacher werden von Einrichtungs- und Baumaterialien – besonders von Weich-PVC – ausgedünstet. Produkte ohne Weichmacher, beispielsweise aus Kautschuk, sind deshalb eine wohngesunde Alternative.

„80 bis 90 Prozent des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen. Das heißt, wir atmen alles ein, was sich in der Raumluft befindet – auch Schadstoffe aus Einrichtungs- und Baumaterialien“, erklärt Jasper Jochimsen. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Fußboden zu, weil er einen großen Prozentsatz des Raumes ausmacht. Der Berliner Architekt setzt seit Jahren auf Kautschuk-Bodenbelag, wenn er Kindertagesstätten (KiTas) oder Schulen plant. Und eine neue Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt ihm recht, dieses emissionsarme Material zu verwenden: Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit – Wenn Schul- oder KiTakinder und Angestellte über solche Beschwerden klagen, können dies Anzeichen für Phthalate (Weichmacher) sein, die über viele Jahre aus Tapeten oder Bodenbelägen ausdünsten. Produkte aus Weich-PVC sind davon besonders betroffen.

Um die Schadstoffbelastung von Kindern zu ermitteln, hatte der BUND deshalb bei der Aktion „KiTas unter der Lupe – Zukunft ohne Gift“ KiTas aufgerufen, Staubproben für eine Studie einzureichen. 60 Einrichtungen beteiligten sich. Die Untersuchungen ergaben, dass ihr Staub besonders stark mit Weichmachern belastet ist. Da Kinder und Betreuungspersonen täglich mehrere Stunden in diesen Räumen verbringen, sind sie diesen Schadstoffen in hohem Maße ausgesetzt. Vor allem Kleinkinder sind in ihrer Gesundheit gefährdet, da die Weichmacher in das Hormonsystem eingreifen und die Entwicklung der Organe beeinflussen.

„Bisher wird viel zu wenig darauf geachtet, dass die Luft in den Räumen schadstoffarm bleibt“, stellt Alexander K. Althof, Geschäftsführer von nora systems GmbH, Hersteller von Kautschuk-Bodenbelägen aus Weinheim, fest. „Die Innenraumlufthygiene spielt bei der Bauplanung oft eine untergeordnete Rolle. Grund dafür ist unter anderem, dass niemand vermutet, dass auch die Luft in Räumen stark mit Schadstoffen belastet sein kann: Durch Materialien, die über Jahrzehnte hinweg Emissionen abgeben. Dazu kommt, dass neue oder sanierte Gebäude immer dichter gebaut werden und sich Schadstoffe so in der Raumluft anreichern.“ Wichtig ist, dass Bauherren schon bei der Planung beispielsweise emissionsarme Bodenbeläge berücksichtigen. Dabei können sie bei den Herstellern nachfragen oder sich an Umweltsiegeln, wie etwa „Blauer Engel … weil emissionsarm“ orientieren. In den Blick sollte auch die Reinigung gerückt werden, sind sie mit wenig Aufwand zu pflegen und zu reinigen, so dass auf aggressive Reiniger verzichtet werden kann. Doch nicht nur der Boden selbst sollte einer strengen Prüfung unterzogen werden. Auch auf die Schichten zwischen Estrich und eigentlicher Fußbodenfläche kommt es an. „Dafür haben wir nora system blue, ein Gesamtsystem, entwickelt. Bodenbelag, Grundierung, Spachtelmasse und Kleber sind aufeinander abgestimmt und frei von Weichmachern“, erläutert Alexander K. Althof. „Damit alle Verlegewerkstoffe richtig eingesetzt werden, arbeiten wir mit TÜV-zertifizierten Verarbeitern zusammen.“

Darüber hinaus ist nora systems exklusiver Produktpartner für elastische Bodenbeläge des Sentinel-Haus Instituts.  Das von dem Unternehmen entwickelte, gleichnamige  Konzept garantiert Bauherren und Investoren eine wohngesunde Innenraumluft. Und dies sogar per Vertrag vor Beginn der Bau- oder Sanierungsarbeiten. Als Projektdienstleister sorgt das Institut im Auftrag von Kommunen und Bauherren dafür, dass so wenig Schadstoffe wie möglich ins Gebäude gelangen und Bauschäden vermieden werden. Dazu kommen alle eingesetzten Baustoffe hinsichtlich ihrer Emissionen auf den Prüfstand. Zudem werden Planer und Handwerker in der emissionsarmen Verarbeitung geschult. Eine Raumluftmessung eines unabhängigen Sachverständigen überprüft und bestätigt den Erfolg des Konzeptes und damit die wohngesunde Qualität der Innenraumluft. „Wir setzen dabei auf wissenschaftlich begründete  Empfehlungswerte, des Umweltbundesamtes oder der Weltgesundheitsorganisation“, erklärt Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel-Haus Instituts. „Die verwendeten Materialien unserer Partner sind geprüft schadstoffarm und wohngesund. nora systems ist ein wichtiger Teil unseres Netzwerkes, schließlich nehmen Fußböden in Gebäuden immer große Flächen ein und verursachen – wenn sie nicht schadstoffarm sind – häufig Gesundheitsprobleme. Kautschuk-Bodenbeläge sind gerade für KiTas und Schulen eine sehr gute, wohngesunde Lösung.“

Referenzbericht Kita Griechische Allee, Berlin Oberschöneweide

Kindergarten mit nora Kautschuk-Bodenbelag von Behles & Jochimsen, Berlin